KJM | 14/2023 |

Angriff auf Israel: Kinder vor Kriegsbildern und Propaganda schützen

KJM fordert von Medienschaffenden und Plattformen Balance zwischen Berichterstattung und Schutz von Minderjährigen

Angesichts des schrecklichen Terrors, mit dem die Hamas Israel überzogen hat, existieren zahlreiche brutalste Aufnahmen von Ermordungen, Entführungen und Kriegsgeschehen. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) fordert Medienschaffende, Suchmaschinenanbieter*innen und soziale Netzwerke auf, einen Ausgleich zwischen dem berechtigten Interesse an Berichterstattung und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen zu finden. Auch der Schutz vor Desinformation muss – insbesondere auf großen Plattformen – in dieser Lage höchste Priorität haben.

Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der KJM: „Keine Frage: Das Interesse an der Berichterstattung über den schrecklichen, von der Hamas entfachten Angriffskrieg auf Israel ist riesig. Journalisten riskieren ihr Leben, damit wir erfahren, was passiert. Und zugleich ist es wichtig, auch in einer solchen Situation, genau abzuwägen, welche Bilder und Inhalte verbreitet werden. Meine klare Forderung: Hier dürfen nicht Klicks zählen. Stattdessen müssen die Menschenwürde der Opfer und der Schutz von Kindern und Jugendlichen absolute Priorität haben. Opfer von Anschlägen und Krieg können auch in weniger drastischen, gepixelten Bildern veranschaulicht werden. Detailaufnahmen von Leichen gehören nicht in den Social Media-Feed eines 14-Jährigen.“

Durch Smartphones und Internet kursieren überall immer mehr Videos und Bilder. Dabei finden mehr Inhalte den Weg an die Öffentlichkeit, die eine Redaktion aufgrund ihrer Brutalität nicht veröffentlicht hätte. Und: Ihr Ursprung ist dadurch öfter als früher unklar beziehungsweise schwerer zu verifizieren. Daher ist auch der Schutz vor Desinformation und Propaganda von größter Bedeutung.

„Krieg findet mehr denn je im digitalen Raum statt. Es geht immer auch um die Wahrheit, die Deutungshoheit über das Geschehen. Die Veröffentlichung verstörender Inhalte kann Teil einer Medienstrategie von Terrorist*innen sein. Viele Medien und Plattformen nehmen ihre Verantwortung wahr, bekämpfen Desinformation und schaffen es, Berichterstattung und den Schutz der Menschenwürde in eine gute Balance zu bringen. X, vormals Twitter, gehört unter neuer Führung dem Anschein nach nicht dazu“, so Dr. Marc Jan Eumann.

Kriegsbilder sind deswegen so schwer zu ertragen, weil sie das Leiden von Menschen darstellen. Solche realen Kontexte können Kinder und Jugendliche nachhaltig verängstigen, verunsichern und emotional überbelasten. Deswegen brauchen Kinder und Jugendliche Unterstützung beim Umgang mit Kriegsberichterstattung und verstörenden Bildern. Die Auseinandersetzung mit dem Krieg und die Thematisierung des Nahost-Konflikts spielt aktuell auch in Schulen eine große Rolle. Eltern und Erziehende sollten ihre Unsicherheiten auffangen und sie mit belastenden Nachrichten nicht alleine lassen. Hierzu Dr. Marc Jan Eumann: „Meine Bitte an alle Eltern: Reden Sie mit ihren Kindern, über das, was da passiert. Erziehende kennen ihr Kind am besten und wissen, was jetzt wichtig ist.“

Hier finden Sie Klicksafe-Materialien mit Tipps zum Reden über den Krieg und Stärken der Medien- und Demokratiekompetenz für die pädagogische Praxis.

Bürger*innen, die der KJM problematische Inhalte nennen möchten, können dieses mit wenigen Klicks auf der Webseite tun. Eingehende Hinweise werden sorgfältig überprüft. Bei Verstößen gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ergreift die KJM Maßnahmen wie Bußgelder und Untersagungen.

 

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