Technischer Jugendmedienschutz: Illustration, die die Optik einer Speicherkarte nachzeichnet.

Jugendschutzprogramme

Jugendschutzprogramme können Eltern eine Möglichkeit an die Hand geben, Kindern je nach Altersstufe geeignete Internetangebote freizuschalten und ungeeignete zu blockieren. Gemäß dem novellierten Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) liegt seit dem 01.10.2016 die Aufgabe der Beurteilung der Eignung von Jugendschutzprogrammen bei den vier anerkannten Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle.

Jugendschutzprogramme wurden 2003 als spezielles Jugendschutzinstrument bei entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten in Telemedien im JMStV eingeführt.

Um als geeignet beurteilt zu werden, müssen Jugendschutzprogramme gemäß JMStV folgende Anforderungen erfüllen:

  • Sie ermöglichen einen nach Altersstufen differenzierten Zugang zum Internet.
  • Sie lesen Alterskennzeichnungen von Internetangeboten aus.
  • Sie erkennen entwicklungsbeeinträchtigende Angebote.
  • Ihre Erkennungsleistung entspricht dem Stand der Technik.
  • Sie sind benutzerfreundlich und nutzerautonom verwendbar.

Kriterien für die Eignungsprüfung

Gemäß dem novellierten JMStV kann die KJM im Benehmen mit den anerkannten Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle Kriterien für die Eignungsanforderungen für Jugendschutzprogramme festlegen. Die KJM hat daher am 12.10.2016 ebensolche Kriterien beschlossen. Sie orientieren sich am derzeitigen Erkenntnisstand und sind nicht abschließend; eine Anpassung bzw. weitere Verfeinerung ist jederzeit möglich.

Alterskennzeichnung von Inhalten mittels Age.de-xml Label

Die Alterskennzeichnung für geeignete Jugendschutzprogramme ist neben technischen Mitteln und Zeitgrenzen eine von drei Varianten, die Inhalte-Anbieter als Jugendschutzmaßnahme bei der Verbreitung von entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten im Internet einsetzen können. Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote sind z. B. Gewalt- oder Sexualdarstellungen, die Kinder und Jugendliche ängstigen oder verunsichern können. Dabei wird zwischen verschiedenen Altersstufen (0, 6, 12, 16 und 18 Jahre) unterschieden.

Inhalte-Anbieter können ihrer Jugendschutzpflicht dadurch nachkommen, dass sie ihre entwicklungsbeeinträchtigenden Angebote für ein als geeignet beurteiltes Jugendschutzprogramm programmieren. Dabei müssen sie ihre Inhalte einer Altersstufe zuordnen und mit einem technischen Standard (age-de.xml) so auszeichnen, dass diese Alterskennzeichnung von als geeignet beurteilten Jugendschutzprogrammen ausgelesen und richtig interpretiert werden kann. Diese müssen dann entsprechend den Einstellungen der Eltern Inhalte freigeben oder blockieren.

Schützen Sie Ihre Kinder im Internet - Jugendschutzprogramme

"Schützen Sie Ihre Kinder im Internet – Jugendschutzprogramme". Ein Film der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e. V.)

Download

Kriterien für die Eignungsanforderungen nach § 11 Abs. 3 JMStV für Jugendschutzprogramme
Download PDF

Studie zum technischen Jugendmedienschutz des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS (2012)
Download PDF