Jugendschutz in Telemedien

Jugendschutzprogramme

Jugendschutzprogramme - eine Variante neben technischen Mitteln und Zeitgrenzen

Jugendschutzprogramme können Eltern eine Möglichkeit an die Hand geben, Kindern je nach Altersstufe geeignete Internetangebote freizuschalten und ungeeignete zu blockieren. Gemäß dem novellierten Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) liegt seit dem 01.10.2016 die Aufgabe der Anerkennung von Jugendschutzprogrammen bei den vier anerkannten Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle. Jugendschutzprogramme wurden als spezielles Jugendschutzinstrument bei entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten in Telemedien im JMStV eingeführt. Sie müssen einen nach Altersstufen differenzierten Zugang zum Internet ermöglichen. Jugendschutzprogramme sind neben technischen Mitteln und Zeitgrenzen eine von drei Varianten, die Inhalte-Anbieter als Jugendschutzmaßnahme bei der Verbreitung von entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten im Internet einsetzen können. Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote sind z. B. Gewalt- oder Sexualdarstellungen, die Kinder und Jugendliche ängstigen oder verunsichern können. Dabei wird zwischen verschiedenen Altersstufen unterschieden.

Kriterien für die Anerkennung

Gemäß dem neuen JMStV kann die KJM im Benehmen mit den anerkannten Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle Kriterien für die Eignungsanforderungen an Jugendschutzprogramme festlegen. Die KJM hat daher am 12.10.2016 Kriterien für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen beschlossen. Diese Kriterien orientieren sich am derzeitigen Erkenntnisstand. Sie sind nicht abschließend; eine Anpassung bzw. weitere Verfeinerung ist jederzeit möglich.

Anerkannte Jugendschutzprogramme

Die KJM hat zwei Jugendschutzprogramme anerkannt (vgl. Pressemitteilungen vom Februar 2012 und vom Mai 2013):

Deutsche Telekom AG (Kinderschutz Software)

JusProg e. V. (JusProg-Jugendschutzprogramm)

Der KJM ist allerdings die Weiterentwicklung und Verbreitung der Jugendschutzprogramme ein vordringliches Anliegen, besonders auf weiteren, vor allem mobilen Plattformen.

Alterskennzeichnung von Inhalten mittels Age.de-xml Label:

Inhalte-Anbieter können ihrer Jugendschutzpflicht bei entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten dadurch nachkommen, dass sie diese für ein anerkanntes Jugendschutzprogramm programmieren. Dabei müssen sie ihre Inhalte einer Altersstufe zuordnen und mit einem technischen Standard (age-de.xml) so auszeichnen, dass diese Altersklassifizierung von anerkannten Jugendschutzprogrammen ausgelesen und richtig interpretiert werden kann. Die anerkannten Programme müssen dann entsprechend den Einstellungen der Eltern Inhalte freigeben oder blockieren.

"Schützen Sie Ihre Kinder im Internet Jugendschutzprogramme". Ein Film der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e. V.)

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