
Liebeslieder waren gestern: Zur Jugendschutz-Problematik von Porno- und Gangsterrap
Expertenhearing
- Datum: 11.05.2009
- Ort: großer Sitzungssaal, BLM, München
Deutschsprachiger HipHop hat in den letzten Jahren aufgrund problematischer Textinhalte vermehrt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und des Jugendschutzes auf sich gezogen. Denn Porno-und Gangster-Rapper wie Sido, Bushido, Frauenarzt oder King Orgasmus One singen abwertend und zum Teil jugendgefährdend über alle vorstellbaren und nicht vorstellbaren Sexualpraktiken, Vergewaltigung und Gewalt.
Insbesondere im vergangenen Jahr bezog sich deshalb eine ganze Reihe von KJM-Prüffällen im Bereich Rundfunk, aber auch in den Telemedien, auf solche Inhalte. Einen Hinweis auf die Problematik hinsichtlich aggressiver und sexistischer Textinhalte liefert auch die Bewertungspraxis der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), die in letzter Zeit eine Reihe von CD-Titeln deutschsprachiger HipHop-Interpreten in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen hat.
Zu der Frage, wie sich die Texte und Bilder dieser Raps auf Kinder und Jugendliche auswirken, gibt es kaum Forschung. Aber es wird zunehmend eine sexuelle Verwahrlosung von Heranwachsenden von den Medien thematisiert, die auch auf diese Musikformen zurückgeführt wird. Um hier Fachaussagen und wissenschaftliche Einschätzungen für die Bewertungspraxis zu erhalten, möchte die KJM die Jugendschutzrelevanz von Hip-Hop-Songs in Form eines Experten-Hearings diskutieren.
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- Einladung/Programm
- Dipl.-Psych. Laszlo Pota, Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Berlin
- Prof. Dr. Hans-Bernd Brosius, Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der LMU, München
- Prof. Dr. Uwe Sander, Fakultät für Pädagogik, Universität Bielefeld
- Prof. Dr. Paula-Irene Villa, Fakultät für Soziologie, LMU, München
- Klaus Farin, Autor und Leiter des Archivs der Jugendkulturen, Berlin

