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    Ring fordert Selbstkontrolleinrichtung für Online-Spiele

    PM 09/2008 (08.04.2008)


    Der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, hat die Spielebranche aufgefordert, mehr Verantwortung für die Gefahren von Online-Games zu übernehmen und eine Selbstkontrolleinrichtung aufzubauen. „Jenseits ordnungspoliti-scher Maßnahmen und neben der Sensibilisierung von Eltern und Pädagogen für das Thema ist vor allem die Selbstregulierung durch die Spielehersteller gefragt. Denn sie kontrollieren, welche Inhalte über das Internet in die virtuelle Welt eingebracht werden können", sagte Ring während der gestrigen Podiumsdiskussion, zu der die KJM im Rahmen des Fachkongresses Munich Gaming eingeladen hatte.

    Online-Games erfreuen sich großen Zuspruchs vor allem bei jungen Menschen, erklärte Prof. Dr. Thorsten Quandt von der Freien Universität Berlin, der in einer Studie die Gewohn-heiten und Vorlieben deutscher Onlinespieler erforschte. Das hohe Zeitbudget, das Viel- und Exzessivspieler für das Spielen aufbringen, lasse jedoch bei knapp fünf Prozent der Befrag-ten auf eine Verhaltenssucht schließen. Neben dem Risiko, abhängig zu werden, kritisierte Dipl.-Psych. Florian Rehbein vom Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover jugendschutzproblematische Inhalte: Spielen Heranwachsende online, können sie in ihren Spieler-Gemeinden beispielsweise mit Sexdarstellungen konfrontiert, in Chats belästigt oder durch individuell modifizierte Gewaltinhalte negativ beeinflusst werden.

    Da Eltern und Pädagogen mit technischen Schutzvorkehrungen und Inhaltskontrollen am Computer oft schlicht überfordert sind, wäre es nach Ansicht der Rundfunkreferentin der Bayerischen Staatskanzlei, Martina Maschauer, notwendig, PCs mit kindgerechten Vorein-stellungen anzubieten. „Auch Internetprovider könnten in Eigeninitiative Filtersysteme anbie-ten und damit Jugendschutzprobleme lösen helfen", erklärte sie.

    „Wir brauchen ein leicht nachvollziehbares System, das Eltern und Pädagogen Hilfestellun-gen gibt, um Jugendschutzregeln für Online-Spiele zu erkennen", entgegnete Martin Lorber, PR-Leiter des Spieleherstellers Electronic Arts Deutschland. Visuelle Signale, so lautete auch die Aussage des auf Medienrecht spezialisierten Anwalts Prof. Dr. Johannes Kreile, sollten auch im Internet eingesetzt werden, um auf jugendschutzproblematische Inhalte hin-zuweisen.

    „Alle Beteiligten müssen sich an sachgerechte Lösungen annähern. Wir brauchen aber auch die Vertreter der Spieleindustrie, die ihren Anteil zum Jugendschutz beitragen müssen", be-tonte Ring abschließend. „Das System der regulierten Selbstregulierung funktioniert und soll-te auch auf Online-Spiele ausgedehnt werden, wozu eine Vernetzung über eine Selbstkon-trolleinrichtung - analog zur Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) für Offline-Spiele - wünschenswert ist."

    Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich am 2. April 2003 konstituiert. Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) die Aufsicht über Rundfunk und Telemedien (Internet) wahr. Mitglieder sind sechs Direktoren der Landesmedienanstalten, vier von den Ländern und zwei vom Bund benannte Sachverständige.

    Mitglieder der KJM:
    Vorsitz: Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring; stv. Vorsitz: Manfred Helmes
    Reinhold Albert, Prof. Dr. Ben Bachmair, Jochen Fasco, Thomas Fuchs,
    Folker Hönge, Thomas Krüger, Prof. Kurt-Ulrich Mayer, Elke Monssen-Engberding,
    Sigmar Roll, Frauke Wiegmann

    Stellvertretende Mitglieder:
    Dr. Gerd Bauer, Dr. Hans Hege, Martin Heine, Dr. Udo Helmbrecht,
    Dr. Uwe Hornauer, Sebastian Gutknecht, Bettina Keil, Petra Meier,
    Petra Müller, Prof. Dr. Horst Niesyto, Wolfgang Schneider, Prof. Wolfgang Thaenert

    Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Leiterin der KJM-Stabsstelle:
    Verena Weigand, Tel. 089/63808-262 oder E-Mail stabsstelle@kjm-online.de.

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