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    KJM richtet offenen Brief an MTV, auf Ausstrahlung von „Popetown“ zu verzichten

    03/2006 (12.04.2006)


    Am 3. Mai 2006 soll auf MTV die Zeichentrickserie „Popetown“ starten. Auf seiner Home­page kündigt der Sender die Serie folgendermaßen an: „Ein durchgeknallter Papst und ein krimineller Kardinal bedingen ungewollt-gewollte Todesfälle, die Versklavung von Kindern und weitere, äußerst seltsame Vorfälle in ‚Popetown’.“

    Anlässlich zahlreicher Beschwerden im Vorfeld der Ausstrahlung hat der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, einen Offenen Brief an MTV-Geschäfts­führerin Catherine Mühlemann mit folgendem Wortlaut gerichtet:

    Sehr geehrte Frau Mühlemann, „Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass es hinsichtlich der geplanten Aus­strahlung der Zeichentrickserie ‚Popetown’ fundamentale Kritik aus ver­schie­denen Teilen der Gesellschaft gibt, ohne dass derzeit tatsächlich Details der Serie bekannt sind. Dass die in der Kritik geäußerten Sorgen, die Serie könne die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung miss­achten und möglicher­weise entwicklungsbeeinträchtigend auf Kinder und Jugendliche wirken, nicht der Grundlage entbehren, wird durch die Printanzeigen von MTV belegt, mit der sich mittlerweile auch der Werberat befasst.

    Aufgrund der zahlreichen Beschwerden und Anfragen, die uns bereits jetzt erreicht haben, werden die KJM und die Gemeinsame Stelle Programm Werbung und Medienkompetenz (GSPWM) eine Prüfung vornehmen, sobald die erste Folge der Serie ausgestrahlt wurde.

    Ich möchte Sie vor diesem Hintergrund bitten, die Entscheidung hinsichtlich einer Ausstrah­lung der Serie ‚Popetown’ noch einmal zu überdenken. Wie ich höre, wurde die Anzeige inzwischen von Ihnen zurückgezogen. Sogar die BBC als Produzentin der Serie hat nach entsprechenden Protesten aus der Mitte der Gesellschaft seinerzeit auf die Ausstrahlung verzichtet.

    Ich rege auch an, in so einem grundsätzlichen Fall wie diesem die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) einzuschalten, um deren Bewertung einzu­holen. Sie sind ja vor einiger Zeit in Wahrnehmung Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung der FSF beigetreten.

    Diesen Appell richte ich in Absprache mit Herrn Prof. Dr. Norbert Schneider, dem Vorsit­zen­den der GSPWM, an Sie. Wegen der hohen öffentlichen Auf­merksamkeit sehen wir uns ver­anlasst, diesen Brief auch zu veröffentlichen.“

    Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich am 2. April 2003 konstituiert. Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) die Aufsicht über Rund­funk und Telemedien (Internet) wahr. Mitglieder sind sechs Direktoren der Landesmedienanstalten, vier von den Ländern und zwei vom Bund benannte Sachverständige.

    Mitglieder der KJM: Vorsitz:
    Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring; Stv. Vors.: Dr. Lothar Jene, Reinhold Albert, Prof. Dr. Ben Bachmair, Manfred Helmes, Dr. Victor Henle, Folker Hönge, Thomas Krüger, Prof. Kurt-Ulrich Mayer, Elke Monssen-Engberding, Sigmar Roll, Frauke Wiegmann

    Stellvertretende Mitglieder:
    Dr. Gerd Bauer, Dr. Hans Hege, Jürgen Hilse, Bettina Keil, Petra Meier, Petra Müller, Prof. Dr. Horst Niesyto, Michael Schneider, Gernot Schumann, Christian Schurig, Dr. Uwe Hornauer, Prof. Wolfgang Thaenert

    Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Leiterin der KJM-Stabsstelle,
    Verena Weigand, Tel.: 089/63808-262 oder e-mail: stabsstelle@kjm-online.de

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